Medicine Walk 30. September – 2. Oktober 2016

Wanderung an der ehemaligen innerdeutschen Grenze

Der ehemalige innerdeutsche Todesstreifen steht wie wenige Orte in Deutschland für die friedliche Überwindung von Grenzen. Heute ist er ein 50 – 200 Meter breiter und 1.400 Kilometer langer Biotopverbund quer durch ganz Deutschland, der 1.200 Tieren und Pflanzen der Roten Listen der gefährdeten Arten als Lebensraum und Wanderkorridor dient. Als wir uns letztes Jahr entschieden haben, diese Wanderung zu machen, ging es uns darum, dieses größte deutsche Naturschutzprojekt zu erwandern, uns umgeben von Grün, Tieren und Pflanzen durch die jüngere deutsche Geschichte zu bewegen. Es war noch nicht zu ahnen, dass es wenige Monate später in Europa und am ehemaligen Eisernen Vorhang in Europa wieder neue Grenzzäune, Stacheldraht und schwerbewaffneten Grenzsoldaten geben wird.

Beginnend am Grenzmuseum Mödlareuth (in Oberfranken, unweit von Bad Steben) wollen wir Freitag bis Sonntag auf dem ehemaligen Patrouillenweg entlang gehen. Wer Freitag abend noch nicht da sein kann, kann Samstag früh zu uns stoßen. Die noch erhaltenen Grenzanlagen in Mödlareuth sind sehr sehenswert und eindrücklich. Wir werden von Freitag auf Samstag auf einem Camping-Platz übernachten und von Samstag auf Sonntag dort, wohin uns unsere Füße bis dahin getragen haben. Wir hoffen auf sonniges Oktoberwetter, gehen aber auch bei Kälte und Regen. Uwe wird über die Geschichte und Struktur der Grenze und dem daraus entstehenden Naturreichtum sprechen. Einige aus unserem Kreis können mit ihrer persönlichen „Teilungsgeschichte“ beitragen. Abreise Sonntag spät nachmittag/abend. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Möge unser gemeinsames Gehen Medizin sein, die zur Heilung der Schrecken beiträgt, die in Deutschland, Europa und weltweit durch Grenzen und ihre Bewachung entstanden und entstehen!