Der Kreis des Lebens

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERAWir und unsere Aktionen sind in der elementaren Einsicht „Der Kreis ist heilig“ verwurzelt. Diese Einsicht hat mehrere Aspekte: den Kreis des Lebens, unsere Aktionsgemeinschaft und die Kooperation mit anderen.

Jedes Lebewesen, jede Erscheinungsform dieser Erde gehört zum Kreis des Lebens, zur großen Familie des Lebens auf dieser Erde. Wir sehen, fühlen und wissen uns als Teil dieser großen Erdenfamilie und in dem Sinn alle Tiere und Pflanzen, ja gar die Steine, den Boden und die Gewässer als unsere Brüder und Schwestern. Jedes Lebewesen ist einzigartig, jedes ist unendlich wertvoll. Diese Einsicht erlaubt das Töten nur dann, wenn es dem (Über)leben und der Wesensverwirklichung (nicht der Ich-Verwirklichung) dient. Eines der größten Wunder, in das wir mit unserer Zeugung hineingeboren werden ist die unermessliche Vielfalt an Lebewesen- und Formen: die Vielfalt des Lebens (Biodiversität). In diesem Kreis ist alles miteinander verbunden. Ein Ökologe benutzt dafür das Wort Ökosystem. Alles interagiert und ist durch Stoff-, Energie- und Informationsflüsse miteinander verbunden. Zu diesem Kreis gehört auch der Kreislauf von Geburt und Tod. Seit langer, langer Zeit entsteht ständig neues Leben und Altes macht ihm Platz. Der große Kreis des Lebens ist nicht auf seine materiell manifesten Bestandteile beschränkt.

Auch seelisch ist alles miteinander verbunden – wir sind alle miteinander verwandt: Und damit jede und jeder mit seinem Tun und Nicht-Tun auch für die Auswirkung auf alle anderen verantwortlich. Seelische Verbundenheit äußert sich in Liebe und – wenn die Liebe nicht gelebt werden kann – in Trauer, die sich zu Depression und gar Verzweiflung steigern kann, die dann ausgelebt wird oder mit Gleichgültigkeit oder Ablenkung (z.B. durch Konsum) überdeckt wird. Die Zerstörung der Natur und unsere Selbstverbannung aus der Natur in eine zunehmend nur noch künstliche, Menschen gemachte Welt – in den „Concrete Jungle“ – isoliert uns und schneidet uns von unserer seelischen Verbundenheit mit der Welt und ihren Wesenheiten ab – mit all den negativen Folgen für uns selber und der Zerstörung in der Welt, die damit angerichtet wird. Einst lebten wir Menschen in ständigem engstem Kontakt mit Tieren und Pflanzen und wir wären nicht auf die Idee gekommen „Natur“ als etwas zu begreifen, das außerhalb des menschlichen Daseins zu suchen ist. Wahrscheinlich gab es lange Zeit das Wort „Natur“ überhaupt nicht. Das enge Zusammenleben mit Tieren und Pflanzen gab uns ein Gefühl der Zugehörigkeit zum Leben, ein Gefühl der Geborgenheit. Heute, in zunehmender Isolation und Distanz von Tieren und Pflanzen lebend, sind wir verloren und die unbewusst erlebte Einsamkeit und Isoliertheit macht uns traurig und nimmt uns unseren Halt: wir werden schwach und verführbar.

Um glücklich zu sein und all das Menschen gemachte Leid in Zukunft zu minimieren, gibt es nur eine Richtung:

Back to the roots and

forward to our own human nature.

 

Wieder nach Hause kommen in den großen Kreis des Lebens.