Bildung & Kids

Kids Earth Camp

 

ein naturverbundener pädagogisch-philosophischer Ansatz

Wir organisieren während des Sommers unsere KidsEarthCamps für Kinder zwischen 7 und 14 Jahren. 

Unser Anliegen ist es, mit den Kindern einfach, natürlich Mensch zu sein. Doch was macht Mensch sein aus? Warum sind wir eigentlich als Menschen hier in dieser Welt? Welchen Sinn hat dieses Leben überhaupt? Diese Fragen stellt sich jeder von uns, bewusst meist in der Pubertät. Doch viele von uns vergessen diesen existenziellen Fragen zu folgen und das Mysterium selbstständig zu erforschen, denn wir bekommen die „Realität“ ja ständig von irgend jemandem, der behauptet er habe die Wahrheit endgültig bewiesen, vorgefertigt erklärt.

Echte Beziehungsfähigkeit und Identität sind grundlegende Voraussetzungen für ein friedliches gesellschaftliches Miteinander. Narzissmus und Egozentrik hingegen sind Ausdruck von mangelnder Geborgenheit und unvollständigem Kontakt zur Mitwelt. Diese „Geistesgifte“ lösen Krankheiten des Körpers und des Geistes aus, welche wiederum das lebendige Miteinander zerstören, sei es auf der körperlichen Ebene oder in Krieg.

Tipi

Natürliche und geistige Heilungswege erfordern Mut, Vertrauen, Wachheit, Selbstverantwortung und das Miteinander im Kreis. In alten Kulturen ist das Zusammenkommen im Kreis ein gewöhnliches, alltägliches gemeinschaftliches Ritual. Wer den Redestab in Händen hält kann frei sprechen, es gibt kein Tabu. Jeder hat seine Zeit, seinen Raum und die volle Aufmerksamkeit der Anderen. So treffen wir uns zu Beginn, während des Camps und zum Abschluss immer wieder im Kreis mit offenem Herzen und klarem Verstand. Wirklich im Kreis zu sein erfordert die Bereitschaft sich einander zuzumuten, mitzuteilen und einander sein zu lassen.

Wie sieht nun dieses „natürlich Mensch sein“ aus? Es geht um Berührung, die Fähigkeit sich berühren zu lassen und zu berühren. Solche Erfahrungen und die entsprechenden Räume, in welchen sich die Kinder selbst erleben können, in Auseinandersetzung mit sich, den eigenen Sinneswahrnehmungen und unseren Mitwesen Tier, Pflanze und Mensch, gilt es anzubieten. Wo sind meine Grenzen? Wo beginnt der Andere? An welcher Stelle begegnen wir uns und werden ein Wir? Sich selbst zu spüren ist eine wichtige Grundvoraussetzung für ein gutes Miteinander.

 

Feuerbau

gedanken und einblicke von unserer Seite

Lernen wir etwas über unsere direkte Umwelt und unsere Fähigkeit uns in dieser zu bewegen auf dem Sinnespfad. Barfuß und mit geschlossenen Augen fassen wir vorsichtig nach einem Faden, der durch ein uns unbekanntes Stück Land führt. Achtsam folgen wir den Biegungen, dem Auf und Ab des Fadens zwischen Steinen, Bäumen, Sträuchern hindurch, Hang rauf und hinab. Unter unseren Fußsohlen spüren wir, wie sich das Gelände verändert, mal ist es steinig, hart, uneben, mal federnd, weich und unbeständig. Verschiedene Geräusche und Gerüche begleiten uns und verwirren oder vervollständigen unser inneres Bild der Landschaft, die wir so durchwandern. Es erfordert Mut, Vertrauen und Feingefühl diesem Stück Schnur als Anhaltspunkt zu folgen und sie nicht zum reißen zu bringen, damit die Personen nach uns ebenfalls ihren Weg finden können.

Um näher auf die kindlichen Ansprüche eingehen zu können, haben wir Gruppenaktivitäten in Geschlechter aufgeteilt. Auf diesem Weg soll den unterschiedlichen Beziehungs- und Energiequalität sowohl der Jungen als auch der Mädchen Raum gegeben werden. Den Kindern wird eine wichtige Lehrkraft in Sachen Miteinander vorgestellt: die Tiere. Ob es unsere Hunde, Katzen oder Pferde sind, sie alle spiegeln ehrlich und direkt wieder, wo wir uns innerlich befinden. Für die Kinder bedeutet dies ein aufrichtiges Gegenüber, welches ihnen wertfrei rückmeldet, ob sie die gesetzten Grenzen achten, Einladungen sehen und annehmen oder auch einen Rückzug akzeptieren können.

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Die Beziehung mit Tieren ist ein Feld, in welchem wir nie aufhören zu lernen, uns selbst zu reflektieren und wir sehr viel über Respekt, Achtung, Demut und Liebe mit und für ein anderes Geschöpf erfahren. Unter Begleitung lernen die Kinder etwas über die Körpersprache der Tiere und mit welchen Signalen sie mit dem Tier kommunizieren können. Dies erfordert nicht nur Konzentration, Geduld und Achtsamkeit, es wird zudem die Fähigkeit mit Frustration umzugehen geschult, da eine „mach das so wie ich es will“-Haltung meist ins Leere und an einem echten Kontakt vorbei läuft.

 

Die Jungen können in der weitflächigen Ebene der angrenzenden Wälder, Felsen und verwachsenen Geröllhügeln ihrer Kraft, ihrer Stärke und dem Drang Dinge zu bewegen freien Lauf lassen. Der Fokus liegt auch hier auf dem „ Ich im Einklang mit der Umwelt“ und es wird auch in dieser Landschaft ein respektvoller Umgang mit der Umgebung gesucht. Durch diesen weitläufigen Spielraum können psychische und physische Grenzen erfahren, erkannt und in Auseinandersetzung mit der Gruppe angebracht werden. Der Drang und Wille etwas zu erschaffen wird hier durch die von der Natur erschaffenen Materialien befriedigt. Der eigene Selbstwert, das Wir-Gefühl, sowie die Fähigkeit Hürden zu bewältigen, seine eigene Körperkraft zu erproben und die Möglichkeit aus sich herauswachsen zu können positiv gefestigt werden. Die dabei entstehende Nähe und Verbundenheit zu allen Anwesenden, sei es Mensch, Stein oder Pflanze ist dabei federführend.

Die positive Resonanz der Kinder auf das Erlebte ist ersichtlich, als wir abends gemeinsam rund um das Lagerfeuer sitzen, versunken im Anblick des Flammentanzes, Lieder singen, den riesigen Sternenhimmel betrachten, Stockbrot essen oder uns über ein verkohltes Würstchen ärgern. Die Ent-Spannung und das Gefühl von Entschleunigung der Gemüter trotz all der neuen Eindrücke ist deutlich spürbar.

Feuer

Wir danken allen Kindern, dass sie sich auf uns und unser Angebot eingelassen haben, jede und jeder mit seinen Möglichkeiten. 

Es war für uns alle eine wunderbare Erfahrung des Teilens und Miteinanders.

Su & Rebecca

Anfragen bitte an su@respect-earth.info & rebecca@respect-earth.info